Therapie: JA oder Nein?!

Manchmal geraten wir im Leben an einen Punkt, wo wir uns selber nicht mehr weiterhelfen können. Familienmitglieder und Freunde sind keine Therapeutin und sollten es auch nie versuchen zu sein.

Jeder von uns kann etwas durchleben, was uns aus dem Leben raus reisst, so dass wir nicht mehr weiter wissen. Es kommt einzig und alleine darauf an, wie wir mit solchen Situationen umgehen. Nicht immer müssen wir unsere Probleme versuchen alleine zu lösen. Wir haben die Möglichkeit professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hilfe, die uns Methoden lernt uns besser zu schützen oder unverarbeitetes zu verarbeiten.

 

Was ist eine Therapie?

Bei einer Therapie wirkt der Therapeut auf den Patienten ein. Wichtig hierbei ist die Kommunikation, da so die Bedürfnisse des Patienten im Vordergrund stehen können und der Patient selbst auf einen günstigen Krankheitsverlauf hin arbeiten kann.

 

 

Welche Arten von Therapien gibt es?

Ziel und Zweck der Therapie sind wichtig, um bestimmen zu können, welche Therapieform für dich angemessen ist.

 

Medikamentöse Therapie

Diese Art der Therapie wird mit Antipsychotikern oder auch anderen Medikamenten durchgeführt. Antipsychotika existieren in verschiedenen Formen und sorgen für Beruhigung. Durch sie kann eine Besserung von Denkstörungen oder Ängsten erreicht werden.

 

Psychosoziale Therapien

Psychosoziale Therapien sind in Einzel – oder Gruppentherapien möglich. Folgende verschiedene psychosoziale Therapien gibt es:

  • Psychoedukation

Sie klärt über die Erkrankung auf und welche Therapiemöglichkeiten es gibt.                                           Die Psychoedukation kann den Blick auf die Erkrankung verbessern und eine gesunde                         Lebensweise ermöglichen.

 

  • Kognitive Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapien haben das Ziel krankhafte Denk – und Verhaltensmuster zu                 ändern. Sie verbessert Wahnvorstellungen und depressiver Symptome.

 

  • Tiefenpsychologische Verfahren, Gesprächspsychotherapie

Der Schwerpunkt dieser Behandlung liegt auf Konflikten und Entwicklungsstörungen, die in               der aktuellen Lebenssituation auftreten. Oft liegt die Ursache dieser Konflikte und Störungen             in der Vergangenheit des Betroffenen.

 

  • Suchttherapie

Die Suchttherapie ermöglicht ein suchtfreies Leben mit neuen Perspektiven. Mit dem Wunsch           nach Abstinenz beginnt der Betroffene diese Form der Therapie.

 

Andere Therapieformen

  • Familientherapie
  • Ergotherapie
  • Soziotherapie
  • Soziales Kompetenztraining (SKT)
  • Metakognitives Training (MKT)
  • Kunsttherapie
  • Tanztherapie

 

Um welche Therapieform es auch immer sich handelt, ist es grundsätzlich wichtig die Therapie sofort zu beginnen, um mögliche Verschlechterungen zu vermeiden und früh ansetzen zu können.

 

Welche Form der Therapie ist die Richtige ?

Es gibt keinen Leitfaden, wenn es um die richtige Form der Therapie geht. Mögliche erste Anlaufstellen können dein Hausarzt, die psychatrische Ambulanz eines Krankenhauses oder auch deine Krankenkasse sein.

Psychosoziale Beratungsstellen können ebenso hilfreich sein.

Unter www.psycho-info.de findest du eine Auflistung von zahlreichen Therapeuten.

All diese Anlaufstellen können dich ausführlichst darüber informieren welche Therapieform für dich die geeignetste ist.

Ich habe damals meine Krankenkasse kontaktiert, wurde von der Therapeutin der Krankenkasse zu einem Beratungsgespräch eingeladen. In diesem Gespräch durfte ich wiedergeben, was mich bedrückt und belastet und anschließend empfahl man mir eine tiefen-psychologische Therapieform. Ich sollte lernen den Tod meiner Mutter zu verarbeiten, der mich enorm belastete.

 

Wie läuft eine Therapie ab?

Die Krankenkasse gibt einem nach dem ersten Beratungsgespräch eine Liste mit möglichen Therapeuten mit.  Hier kannst du einen geeigneten oder eine geeignete Therapeutin in deiner Umgebung auswählen und kontaktieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es von Vorteil ist, am Telefon seinen Zustand als drastisch darzustellen, um schnellst möglich einen Therapieplatz zu erhalten. Je verzweifelter du klingst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit deine Warteliste zu verkürzen. Therapeuten sind oft ausgebucht.

Dir stehen 5 Probesitzungen mit dem Therapeuten/ der Therapeutin zur Verfügung, um herauszufinden, ob ihr gut zusammenarbeiten könnt oder nicht. In diesen 5 Sitzungen wird eine Anamnese vorgenommen und der Therapeut/ die Therapeutin verschafft sich ein genaues Bild deiner Beschwerden. Viele Therapeuten arbeiten gerne auch mit  Beschwerde- und Fragebogen, um sich einen genaueren Überblick zu verschaffen.

Letztendlich vereinbart man innerhalb der 5 Probesitzungen Ziele, die du erreichen möchtest.

Du solltest im Vorfeld für dich selbst entscheiden, ob du einen Therapeuten oder eine Therapeutin in Anspruch nehmen möchtest.

Für mich stand von vorn herein fest, dass ich mir eine Therapeutin wünsche, da ich das Gefühl hatte, dass eine Frau mich mit meinen Emotionen besser nachempfinden kann, als ein Mann.

 

Wichtig:

Du solltest auf deine innere Stimme hören, wenn es um die Entscheidung geht, ob der Therapeut/ die Therapeutin für dich geeignet ist, denn die Chemie muss stimmen! Wenn die Chemie nicht stimmt, wirst du dich nicht öffnen können und die Therapie wird keine Erfolge erzielen.

 

Wenn du dich dazu entscheidest diese Therapie zu beginnen, wird der Therapeut deine Krankenkasse kontaktieren und für dich 25 Sitzungen beantragen. Je nach schwere der Beschwerden erhälst du 25 oder mehr Sitzungen.

 

Die Therapie wird in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phasen geht es um das Verständnis deiner Störung. Ihr erarbeitet gemeinsam die Entstehungsgeschichte deiner Beschwerden und die Gründe, weshalb sie bestehen bleiben. Das Verständnis hierfür ist wichtig, denn nur so ist eine Veränderung möglich.

In der zweiten Phase werden die Veränderungen konkret umgesetzt. Der Teufelskreis in dem du dich befindest, muss durchbrochen werden. Du lernst neue Verhaltens- und Denkweisen auszuprobieren, was dich sehr viel Kraft und Mut kosten kann. Dein Gefühlsleben kann komplett aufgewühlt werden. Diese Phase dauert am Längsten.

Die dritte Phase leert dich erlerntes aus Phase eins und zwei zu stabilisieren. Es kann jedoch auch sein, dass sich alte Symptomatiken wieder melden. In dieser Phase können Lebensveränderungen und Zukunftspläne geplant werden.

 

Was ist eine Übertherapie?

Das ist eine sogenannte Fehltherapie, das heißt ein sogenannter Behandlungsfehler.  Dies erfolgt dann, wenn nicht nach den anerkannten fachlichen Standards behandelt wurde.

Auch Therapeuten sind nur Menschen!

Es ist wichtig, dass man nicht alles über sich ergehen lässt, sondern hinterfragt.

 

 

Am Ende deiner Therapie kannst du gemeinsam mit deinem Therapeuten/ deiner Therapeutin entscheiden, ob weitere Sitzungen notwendig sind.  Ich persönlich habe nach meiner ersten Therapie eine ein jährige Pause benötigt und mich dann zu meiner zweiten Therapie mit einer neuen Therapeutin entschlossen. Es ist nicht zwingend notwendig eine zweite Therapie zu machen. Du solltest selber entscheiden, ob es dir gut tut und du weitere Sitzungen beanspruchen möchtest.

 

 

 

 

 

 

 

 

Written by Arzu

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