Wissenswertes zu Arztpraxen

Wie bereite ich mich auf meinen Arztbesuch richtig vor?

 

Warum gehe ich zum Arzt?

  • Ich möchte meine Beschwerden lindern
  • Ich möchte ein Check-up machen lassen

 

Wie erkläre ich meine Beschwerden?

  • Wo schmerzt es mir
  • Welche Einschränkungen habe ich

 

Fragen, die ich stellen möchte:

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  • Vor- und Nachteile dessen?
  • Grund der Erkrankung
  • Welche Therapie ist gut für mich?

 

Wichtige Unterlagen für den Arzt:

  • Impfpass
  • Befunde
  • Medikamentenliste

 

Die Mitschrift beim Arzt ist ein großer Vorteil, da in vielen Gesprächen Details schnell untergehen können oder wir uns nicht an alles erinnern.

Hinzu kommt, dass Mitschriften im Gesundheitsordner abgeheftet werden können und wir so immer nachlesen können, was zu welchem Zeitpunkt besprochen wurde.

Von Vorteil ist es ebenso, zu notieren, was man bei seinem nächsten Arztbesuch ansprechen möchte und welche Fragen noch nicht beantwortet wurden.

 

Pflicht des Arztes

Fachwörter benutzen Ärzte im normalen Sprachgebrauch, doch für uns Laie werfen sie oft Fragen auf. Ärzte müssen Sachverhalte erläutern, so heißt es in dem §630 e BGB.

Dieses besagt: “ Die Aufklärung muss verständlich sein“.

Als Patient darf man immer nachfragen, wenn man etwas nicht versteht!

Auch Befunde müssen vom Arzt erläutert werden. Im Ärzteportal www.washabich.de kannst du Unsicherheiten beseitigen.

 

Gute Aufklärung beinhaltet folgendes:

  • Habe ich alles verstanden?
  • Konnte ich Fragen stellen?
  • Erklärt der Arzt mir die geplanten Untersuchungen?
  • Erläutert er mir die Diagnose?
  • Was sind die Konsequenzen?
  • Medikamente: Einnahme, Dosierung ?!
  • Kenne ich die Risiken und Nebenwirkungen?
  • Fühle ich mich ernst genommen?

 

Es steht uns allen frei zu, ob wir eine Behandlung durchführen wollen oder nicht. Das gewährt uns das Selbstbestimmungsrecht, Therapien zu verweigern.

Da Eltern bei ihren Kindern bis zum 18. Lebensjahr das Sorgerecht haben, dürfen sie über die Behandlung ihrer Kinder bestimmen.

 

Patientendaten

Wir, Patienten, dürfen immer unsere Akten einsehen. Da die Akten sehr persönlich sind, darf der zu behandelnde Arzt diese nicht einfach so ohne Einwilligung des Patienten, an dritte Personen zeigen.

 

Kopien der Akten

Kopien dürfen die Patienten stets verlangen. Stirbt der Patient, geht dieses Erbe an die zu Erbenden über, so dass diese für eventuell bestehende Versicherungen Kopien erbitten dürfen.

Die Kosten hierfür kann der Arzt in Rechnung stellen.

 

Was steht in einer Patientenakte?

Anamnese

  • Krankenvorgeschichte
  • Vorbelastung von Erkrankungen

 

Diagnosen

  • Krankheiten, die bestehen

 

Untersuchungen

  • Laborwerte
  • Blutergebnisse

 

Befunde

 

Behandlungen

  • Medikamente und ihre Wirkungen

 

Eingriffe

  • medizinische Eingriffe

 

Einwilligung

  • Der Patient muss in die Behandlung einwilligen

 

Aufklärung

  • Eine Dokumentation darüber, was besprochen wurde und geplant ist

 

Arztbriefe

  • Arztbriefe anderer Ärzte

 

Der Arzt ist berechtigt an das Gesundheitsamt Krankheiten zu melden, wenn gefährliche Erreger bestehen.

Masern, Mumps, Keuchhusten, Hepatitis, Tollwut, Vogelgrippe sind an das Gesundheitsamt zu melden, das heißt, der Arzt ist von der Schweigepflicht entbunden.

Um Ehepartner oder Angehörige einzubeziehen, reicht eine mündliche Entbindung.

 

Rechte eines Patienten

Freie Arztwahl

Nach persönlichen Gesichtspunkten dürfen sowohl privat Versicherte, als auch gesetzlich Versicherte ihren Arzt selbst auswählen, jedoch sollten sich privat Versicherte im Vorfeld über die Kostenübernahme informieren.

Lässt ein gesetzlich Versicherter sich von einem privaten Arzt behandeln, so zahlt er die Kosten hierfür selbst.

 

Überweisungen

Gesetzlich Versicherte brauchen nur noch für spezielle Untersuchungen bei Laborärzten, Radiologen oder auch Pathologen Überweisungen.

Für Behandlungen im Krankenhaus sind Einweisungen des Hausarztes notwendig.

 

Wahlfreiheit der Ärzte

Privatärzte können Patienten ohne Begründung ablehnen, jedoch dürfen sie ihre Honorare nicht selber bestimmen. Dies bestimmt die Gebührenordnung-GOÄ. Dort sind alle Leistungen und Gebühren aufgelistet.

Kassenärzte hingegen sind in ihrer Wahlfreiheit eingeschränkt. Sie dürfen entscheiden, welche Privatpatienten sie behandeln wollen, da es ihre Kapazitäten zulassen müssen, da die gesetzlich Versicherten in diesem Falle bevorzugt werden.

Der Kassenarzt rechnet nach dem einheitlichen Bewertungsmaß-EBM. Die Gebührenordnung tritt nur bei Privatpatienten in Kraft.

Ärzte dürfen grundsätzlich Termine verweigern, wenn sie im gegenwärtigen Quartal keine Patienten mehr annehmen können. Dies liegt unter anderem auch daran, dass Ärzte pro Quartal für einen Patienten eine Pauschale erhalten. Privatpatienten haben in diesem Falle keinerlei Einschränkungen.

 

Defekte Krankenkassekarte

Es ist nicht erlaubt, dass Patienten abgewiesen werden, die ihre Krankenkassekarte nicht dabei haben! Der Patient darf die Karte innerhalb der folgenden 10 Tage nachreichen.

Der Arzt darf in solchen Fällen eine private Rechnung stellen, welche er nach Vorlage der Karte rückerstatten muss.

Besitzt der Patient eine defekte Karte, gilt das Gleiche.

 

Therapiefreiheit

Das Wirtschaftlichkeitsgebot nach §12 SGB V sagt aus, dass die Therapie zweckgemäß und wirtschaftlich sein muss. Das heißt, das Maß des Notwendigen darf nicht überschritten werden.

Der Arzt darf also entscheiden, welche Behandlungsmethoden er als richtig erachtet und ist in der Wahl seiner Therapie frei, muss aber §12 SGB V beachten.

 

Behandlung und Fortbildung des Arztes

Ärzte müssen sich stets auf dem neuesten Stand halten, damit sie Patienten richtig aufklären können. Es besteht eine sogenannte Fortbildungspflicht laut §95 d SGB V. Der Kassenärztlichen Vereinigung müssen sie so nachweisen, welche Fortbildungen sie wahrgenommen haben.

Ärzte müssen eine bestimmte Punkteanzahl erreichen, die bei 250 Punkten innerhalb von 5 Jahren beträgt. Sollte dies nicht erreicht werden, wird das Honorar um 10 % gekürzt. Die Kassenzulassung kann aberkannt werden, wenn die Punkte nicht erreicht oder nicht nachgeholt werden.

 

Warte- und Sprechzeiten

Sprechzeiten müssen auf dem Praxisschild vermerkt werden, jedoch gibt es keinerlei Vorschriften darüber, wie lange Ärzte ihre Praxis offen halten müssen.

Da Behandlungen nicht genau geplant werden können, entstehen Wartezeiten, die normal, aber nicht immer angenehm sind. Bei lebensbedrohlichen Situationen müssen Ärzte sofort behandeln.

An Wochenenden übernimmt der kassenärztliche Notdienst die Versorgung des Patienten. Außerhalb der Sprechzeiten ist nicht nur der Notdienst, sondern auch der Bereitschaftsdienst der Praxen zu kontaktieren. Oft vermerken Ärzte auf ihren Anrufbeantwortern deren Nummer. Der Bereitschaftsdienst ist unter den Nummern 116 oder 117 zu erreichen.

 

Ferndiagnosen

Ärzte dürfen grundsätzlich keine Ferndiagnosen stellen. In Großbritanien hingegen dürfen Ärzte mit Hilfe von Online-Praxen Medikamente verschreiben.

 

 

Leistungen, die die Krankenkassen nicht übernehmen

Gesundheitsleistungen, auch IGeL genannt, dürfen die Krankenkassen nicht finanzieren.

Hierzu gehören folgende:

  • Schönheitsoperationen – Entfernung von Tattoos
  • Reisemedizinische Impfungen
  • Zusatzdiagnostik in der Schwangerschaft
  • Sportmedizinische Untersuchungen
  • Stressbewältigungstherapie
  • Paartherapie
  • Früherkennungsuntersuchungen

 

Hierzu zählen Behandlungen, deren Nutzen die Krankenkassen nicht als erwiesen ansehen. Wie bereits oben beschrieben, dürfen die Krankenkassen nur Leistungen bezahlen, die medizinisch notwendig sind.

Einige Praxen nehmen jedoch IGeL in ihr Leistungssprektrum auf, wodurch sie zum Beispiel den Erhalt ihrer Praxis sichern.

 

Entscheidungshilfe für IGeL – Gesundheitsleistungen

  • Gibt es genügend wissenschaftliche Nachweise über den Nutzen?
  • Risiken und Nebenwirkungen sind mir bekannt?
  • Sind mir die Folgen bekannt?
  • Liegt ein schriftlicher Kostenvoranschlag vor?
  • Bin ich über Alternativen informiert worden?
  • Habe ich Bedenkzeit erhalten?

 

Beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz- www.bmelv.de – kann man sich ausführlichst Informationen über die IGeL einholen. Nicht nur das Bundesministerium auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung bietet ausreichend Aufklärung auf ihrer Internetseite: www-igel-check.de

 

Ist IGeL sinnvoll?

Wenn der Nutzen den Schaden überwiegt, so ist eine Behandlung sinnvoll, das sollte man sich immer vor Augen führen. Wichtig ist es, sich vorab zu informieren!

 

Arztrechnung

 

Privatrechnung

Privatpatienten erhalten eine Rechnung, die sie selbst bezahlen, aber anschließend die Kosten für die Behandlung rückerstattet bekommen, von ihrer Krankenkasse. Dennoch ist es wichtig vorab mit der Krankenkasse darüber zu sprechen, um abzuklären, welche Beträge übernommen werden.

Gesetzlich Versicherte Krankenkassen übernehmen Kosten, die im Leistungskatalog festgelegt sind.

 

Was beinhaltet die Privatrechnung?

  • Gebühren von Untersuchungen/ Behandlungen
  • Wegegeld für Hausbesuche
  • Porto, Labor, Materialien und Medikamente

 

Checkliste zur Überprüfung meiner Arztrechnung

  • Kontaktdaten
  • Diagnose
  • Datum der Leistung
  • Beschreibung der Leistung
  • Der zu bezahlende Betrag

 

Bei Zweifeln immer den Arzt darauf ansprechen! Traut man dem Arzt nicht, kann man sich auf der Internetseite der privaten Krankenversicherung (PKV) informieren: www.privatpatient.de

Hier kann man seine Privatrechnung prüfen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Written by Arzu

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